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02.11.18 18:45

Florence Tsagué zu Gast beim "Carrefour des Auteurs", 2018

Von: Prof. Dr. Matei Chihaia

Ein Interview mit der Schriftstellerin

Florence Tsagué arbeitet seit einem Jahr im Fach Romanistik der Fakultät für Geistes- und Kulturwissenschaften, wo sie den Studierenden die französische Sprache vermittelt. Die im Kamerun geborene Wissenschaftlerin ist jedoch auch Autorin, und durch ihre literarischen Werke international bekannt. In diesem November wurde sie zu einem Festival der frankophonen Literatur, dem « Carrefour des Auteurs » nach Haiti eingeladen. Ich habe dieses schöne Ereignis zum Anlass genommen, um ihr einige Fragen über das Schreiben zu stellen.

 

- Die erste Frage, die mir einfällt, ist ganz fundamental: Wie wird man Schriftstellerin?

Meiner Ansicht nach schreibt man nicht, um Schriftstellerin zu werden. Man schreibt in erster Linie, um die Wirklichkeit nach seiner Art zu gestalten, diese Realität, die nach Reife strebt, wachsen zu sehen. In der Schule las ich alles was mir in die Hände fiel und begann, Geschichten zu schreiben, um mit mir und der Gesellschaft zu diskutieren. Also Schreiben bedeutet, über seine Zeit und seine Gesellschaft berichten, Zeugnis ablegen. Kurz gesagt, ein ständiges Engagement, auf der Suche nach Worten, um unsere Leiden zu lindern.

- Und über welche Themen schreiben Sie dann?

Die Suche nach dem Sinn der Dinge, und nach Worten gegen die Leiden, die den Menschen, die Gesellschaft zerfressen. Die Armut, die Familie, die Grenzen von Traum und Wirklichkeit, Tradition und Moderne: das sind einige der Themen, die wie ein Wasserzeichen in allen meinen Texten durchscheinen.

- Was sind Ihre Lieblingsautorinnen bzw. Lieblingsautoren oder Lieblingsbücher? Und gibt es andere Künste, die Sie inspirieren?

Autorinnen und Autoren wie Mongo Béti, Toni Morrison, Chinua Achebe, Tahar Ben Jelloun, Marie Darrieussecq, Edgar Allan Poe, Chimamanda Ngozi Adichie, um nur diejenigen zu nennen, die eine große Inspirationsquelle für mich sind. Die Musik ist ein unermüdlicher Begleiter, für den Stil und den Gehalt. Sie begleitet, sie wiegt jedes Wort ein und trägt sanft seinen Sinn.

- Eine Frage, die Sie sicher oft hören: Was heißt es, eine frankophone Autorin in Deutschland zu sein?

In Deutschland zu leben und auf Französisch zu schreiben, bedeutet zwischen den Kulturen zu navigieren. Es ist eine Herausforderung, der man nur mit viel Leidenschaft begegnen kann. Zwischen zwei Kulturen hin- und hergeworfen zu werden: eine unerwartete Quelle von Reichtum, eine Erweiterung des Horizonts…

- Welche Bedeutung hat Ihre Tätigkeit als Dozentin für Ihr Schreiben? Und umgekehrt?

Das Unterrichten gestattet mir, meine Schreibprojekte besser zu organisieren, denn das Schreiben fordert zunächst einmal ein methodisches Vorgehen. Und die Literatur als Trägerin von Kulturen, Trägerin des Dialogs und von Weltanschauungen ist natürlich ein ausgezeichnetes Mittel, um das Lernen und den Erwerb von Fremdsprachen zu fördern.

- Welches Ziel hat der „Carrefour des auteurs“ („Kreuzung der Autoren“), zu dem Sie jetzt reisen?

„Carrefour des Auteurs“ ist die erste Auflage der internationalen und digitalen Buchmesse, die die Alliances Françaises und das Institut Français in Haiti organisieren. Sie umfasst eine Reihe von Veranstaltungen, die Literatur in den Schulen und in der Öffentlichkeit vermitteln sollen, und eine Tournee durch sechs Städte des Lands, in dem Toussaint Louverture einst für das Ende der Sklaverei kämpfte: Verkauf- und Signierstunden, Debatten und Podiumsdiskussionen, Vorträge, Diktier- und Geschichtenwettbewerbe, Filmvorführungen, Workshops zu digitalem Lehren und Lernen usw.

- Was erwarten Sie sich persönlich von dieser Begegnung?

Wie sollte man nicht begeistert sein? Angesichts der möglichen Synergie-Effekte, des fruchtbaren Austauschs mit dem Publikum, den Schülern, den Studierenden und den Lesern, und einer Reise, ausgerichtet auf Literatur als Hoffnungsträger und Vektor nachhaltiger Entwicklung und sozialen Dialogs...

- Was wäre Ihre Botschaft an eine Studentin, die schreibt, oder einen Studenten, der schreibt?

Gib nie auf, denn Schreiben ist ein Akt der Großzügigkeit und des Engagements!

- Vielen Dank, ich wünsche Ihnen einen schönen Tag und eine gute Reise!

Danke für die freundliche Aufmerksamkeit, und auch Ihnen einen wunderschönen Tag.