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SEKRETARIAT

 Ines Bräuniger

Raum: O-10.17
Telefon: (+49 202) 439 - 29 70

E-Mail:
braeuniger-romlit{at}uni-wuppertal.de

Sprechzeiten für Studierende:

Dienstags: 14-16 Uhr
Mittwochs: 14-16 Uhr
Donnerstags: 14-16 Uhr
Freitags:10-12 Uhr

Aktuelles

  • digital_real (11.-12.10.2018)
    Eine Tagung zur Digitalisierung und ihren materiellen Grundlagen in Deutschland und Zentralamerika[mehr]
  • Sprachleistungstests im WiSe 2018/2019
    SPRACHLEISTUNGSTEST SPANISCHMontag, 01. Oktober 201811:00-14:00 (s.t.) in T.09.01...[mehr]
  • Studienbewerbung Französisch im B.Ed. oder Doppel-Bachelor bis 15.07.
    Bis zum 15.07. können sich Studierende und Studieninteressierte mit der Fächerkombination...[mehr]
  • Deutsch-Französische Hochschule fördert binationalen Bachelor-Studiengang der Bergischen Universität
    Interkulturelle Kompetenz und die erfolgreiche Zusammenarbeit multinationaler Teams gewinnen im...[mehr]
  • Erasmus+ Spanien: Wechsel in der Koordination und Betreuung
    Ab sofort koordinieren Frau Dr. Merino Claros und Frau Milagros de la Torre die Partnerschaften im...[mehr]

Was ist Literatur- und Kulturwissenschaft?

Literaturwissenschaft lehrt, zusammenhängende, meist schriftliche Äußerungen systematisch und historisch zu untersuchen. Sie sucht einen umfassenden und geordneten Zugang zum Text; dieser soll mit System gelesen werden. Die literaturgeschichtliche Analyse fragt nach dem historisch besonderen Sinn des Geschriebenen. In diesen beiden Eigenschaften, Systematik und Geschichtsbewusstsein, liegt der Unterschied zwischen dem wissenschaftlich-analytischen Umgang mit Literatur und dem einfachen, alltäglichen Lesen. Normalerweise hilft die Literaturwissenschaft dabei, Texte besser zu verstehen (Im Idealfall hilft sie sogar, das Verstehen besser zu verstehen).

Die Literatur ist nun gewissermaßen eingebettet in die Gesamtheit menschlicher Kultur, zu der neben Bibliotheken und Theatern auch andere, weniger literarische Einrichtungen wie Kinos, Kneipen und Fabriken gehören. Andere kulturelle Äußerungen erscheinen in der Literaturwissenschaft also als ein notwendiger Kontext, in dessen Zusammenhang die Texte erst verstanden werden können. Der Held des Don Quijote bastelt sich eine Ritterrüstung, die Heldin von Madame Bovary trägt, als sie auf einen Ball geht, rote Strümpfe und eine Samthose; wir sollten wissen, was im Spanien des 16. Jhdts. zu einer Ritterrüstung gehörte und wie im Frankreich des 19. Jhdts. ein Damenstrumpf aussah. Das ist also der eine Sinn, in dem Literaturwissenschaft zugleich auch allgemeinere kulturgeschichtliche Fragen aufwerfen wird.

In einem anderen Sinne jedoch ist Literatur nicht nur ein Bestandteil, sondern auch ein unumgänglicher Träger menschlicher Kultur, ein Medium, dass auch Sie selbst schon beim Überfliegen des vorliegenden Textes durchqueren. Wo man sich frei von Texten wähnt, ist die kulturelle Welt von Schrift durchzogen. Filme entstehen nach Drehbüchern, der Geschmack von Wein ist die Frucht seiner Beschreibung, und die Liebe kommt zwar ohne Worte aus, aber nicht ohne ein dramatisches, lyrisches oder erzählerisches Modell, das sie als solche erkennbar und von anderen Erfahrungen unterscheidbar macht. Die wissenschaftliche Beschäftigung mit Kultur führt in diesem Sinne wieder auf die Literatur zurück.

Diese wechselseitige Verschränkung von Literatur und Kultur haben wir in der Anlage des Studiums berücksichtigt: Regelmäßig werden Veranstaltungen angeboten, die sich mit kulturell spezifischen Kontexten der französisch- und spanischsprachigen Welt auseinandersetzen, regelmäßig werden auch andere Medien, z.B. Filme zum Gegenstand von Lehrveranstaltungen. Wir hoffen, dass Sie dadurch die Literatur und Geschichte dieser Länder besser kennen lernen, nicht zuletzt aber: dass Sie zu professionellen Leserinnen und Lesern werden, ohne die Lust am Lesen zu verlieren.